Was ist die Periodische Augenentzündung beim Pferd?
Die periodische Augenentzündung, auch als ERU bekannt, ist eine chronisch-entzündliche Augenerkrankung, die schubweise auftritt und langfristig zur Erblindung führen kann. Betroffene Pferde zeigen Symptome wie:
- tränendes oder trübes Auge
- Lichtempfindlichkeit
- Zusammenkneifen der Augenlider
- gerötete Bindehaut
- verminderte Sehkraft
Leptospiren als Ursache – der schulmedizinische Ansatz
Laut mehrerer Webseiten, u. a. der Allianz-Versicherung und der LMU München, steht inzwischen fest: Leptospiren, also Bakterien, die häufig durch Mäuse oder Ratten übertragen werden, gelten als Hauptverursacher der Erkrankung.
Die empfohlene Behandlung in diesen Fällen: Vitrektomie – eine Operation, bei der Entzündungsprodukte und Teile des Glaskörpers entfernt werden. Diese wird mit hohen Erfolgsraten durchgeführt, z. B. an der Tierklinik der LMU München. Viele Pferdebesitzer können diese dank einer OP-Kostenversicherung mittlerweile auch finanziell tragen.
Autoimmunkrankheit: Überholte Theorie oder zweite Wahrheit?
Ein Besuch bei Prof. Dr. Toth in der Pferdeklinik Dülmen brachte mich 2016 zu einer ganz anderen Einschätzung: Er erklärte die periodische Augenentzündung beim Pferd als Autoimmunerkrankung – das Immunsystem greift das eigene Auge an.
Später hielt ich diese Erklärung für überholt. Doch aktuelle Rückmeldungen von Pferdebesitzern und Tierärzt*innen deuten darauf hin, dass diese Sichtweise noch immer relevant ist. Auch internationale Universitäten wie Liverpool veröffentlichen Beiträge, die beide Ursachen diskutieren – inklusive eindrucksvoller Bilddokumentationen. Update April 2026: Leider gibt es diese Seite nicht mehr.
2018 habe ich einen Blog begonnen über meine Erfahrungen mit periodischer Augenentzündung bei meinem Knabstrupper Hidalgo und wie uns die Kombination von Schulmedizin und Homöopathie geholfen hat. Über den nachfolgenden Link gelangst du direkt zu diesem Blog:
Genetik, Umweltfaktoren und Trigger: Der individuelle Krankheitsverlauf
Einige Pferderassen, wie Knabstrupper oder Appaloosa, zeigen eine genetische Veranlagung für ERU. Dies wird von Dr. Cronau (Bochum) sehr schön in einem Video erklärt. Doch nicht alle genetisch disponierten Pferde erkranken. Ein Zitat bringt es auf den Punkt:
„Das Gen ist der Schalter – die Umwelt gibt das Signal.“
Auslöser können sein:
- Leptospiren aus Mäuse- oder Rattenkot
- Immunsystemstörungen
- Cushing-Syndrom
- Borrelienbelastung
- Parasitenbefall
Ganzheitliche Therapie: Der individuelle Weg zum Stillstand
Wenn schulmedizinische Maßnahmen allein nicht ausreichen, lohnt sich ein ganzheitlicher Blick. Hier mein persönlicher Therapieansatz, der auf vielen Erfahrungswerten beruht:
1. Parasitenkontrolle und Entwurmung
Eine Kotuntersuchung und gezielte Entwurmung schaffen die Grundlage für jede Behandlung.
2. Entgiftung
Zur Ausleitung von Toxinen eignen sich phytotherapeutische (z. B. Gladiator) oder spagyrische Mittel der Firma
Phoenix, aber auch Bentonit. Mehr dazu erfährst du in meinem Blog über Entgiftung. Den Link findest du
etwas weiter unten.
3. Nährstoffoptimierung
Ein gesunder Darm sorgt für ein starkes Immunsystem und die Aufnahmefähigkeit von Mikronährstoffen. Denn
eine gute Mineralien- und Vitaminversorgung ist essenziell.
4. Rückenanalyse
Ein unterschätzter Faktor: Kissing Spines sind bei über 70 % der Reitpferde nachweisbar – oft ohne Symptome,
aber mit großer Wirkung auf den Gesamtorganismus.
5. Stressvermeidung & Stallmanagement
Ein Stall mit guter Luftqualität, wenig Staub, wenig Lärm und geringer Keimbelastung (Mäuse, Heulager) ist
enorm wichtig. Inwieweit der Mäusekot im Heu damals zum akuten Schub bei Hidalgo beigetragen hat, kann
ich nur vermuten. Bitte lies auch meinen Blog zum leisen Killer im Pferdestall, denn leider wird heutzutage viel
zu leichtfertig mit Staub umgegangen.
6. Omega 3 Fettsäuren
Die entzündungshemmende Wirkung von Omega-3 Fettsäuren ist mittlerweile sowohl bei Tieren als auch
Menschen erforscht.
7. Kurkuma
Auch Kurkuma besitzt wissenschaftlich erforschte entzündungshemmende Eigenschaften.
8. Homöopathie bei periodischer Augenentzündung des Pferdes
Bitte wende dich für die Anwendung von homöopathischen Mitteln immer an einen entsprechend
ausgebildeten Tierarzt oder Tierheilpraktiker.
Im Internet findest du an erster Stelle die folgenden 2 Mittel, wie ich sie auch bei Herrn Grafe (ATN/ATM) gelernt
habe:
Aconitum
Belladonna
Sie dienen nur dem Akutfall! Eine frühere Miteinstallerin benutzte sie bei ihrem Pferd durchgehend in
Hochpotenzen. Die Stute erblindete.
Die Folgeverschreibung sollte korrekt repertorisiert werden, d.h. an die individuellen Symptome deines Pferdes
angepasst werden.
Parallel dazu habe ich Mucokehl Augentropfen gegeben.
9. N-Acetyl-Cystein (NAC)
NAC ist kein Entzündungshemmer, sondern ein sogenanntes Mukolytikum. Es besitzt die Fähigkeit, die von
Bakterien gebildeten Biofilme und somit Schleim aufzulösen, ist ein Antioxidans und unterstützt den Körper
auf Zellebene. Wenn das Auge permanent oder immer wieder Schleim absondert, kann es gut unterstützen.
Auch das kannst du als Pulver in der Apotheke bestellen.
10. MSM
MSM wird hauptsächlich bei entzündlichen Gelenkprozessen eingesetzt. Aufgrund seinen - durch klinische
Studien belegte Wirkung - entzündungsvermindernden Eigenschaften, kann es jedoch auch bei Periodischer
Augenentzündung unterstützend eingesetzt werden. Da der Körper am besten weiß, was ihm hilft, habe ich
MSM meinen Pferden separat angeboten und immer war es Hidalgo, der es gerne fraß.
11. Natron für Pferde
Ich weiß, es klingt schon fast absurd, aber ich habe über die Jahre das, was auch wissenschaftlich
herausgefunden wurde, selbst bei meinen Pferden festgestellt. Mehr dazu liest du in meinem gleichnamigen
Blog:
In meinem in Kürze verfügbaren Coaching "Stressmanagement für Pferd und Reiter" schauen wir uns verschiedene Punkte aus dieser Liste gemeinsam an und du lernst, wie du was verbessern kannst, um die Gesundheit deines Pferdes zu verbessern oder zu schützen.

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