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Staub - Leiser Killer im Pferdestall

Staub -                                                                                          Der unbekannte krankmachende Faktor in Pferdeställen

Staub ist ein unsichtbarer Feind in vielen Pferdeställen und wird oft unterschätzt – sogar von erfahrenen Pferdebesitzern und Stallbetreibern. Immer wieder erlebe ich Situationen, in denen selbst Besitzer von lungenkranken Pferden den Einfluss von Staub auf die Gesundheit ihrer Tiere nicht ausreichend ernst nehmen. Doch Staub ist mehr als nur ein lästiges Übel: Er kann langfristige und schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen.

Staub als unterschätzte Gefahr

Die Problematik beginnt oft schon bei alltäglichen Gewohnheiten: Da wird der Staub der Stallgasse achtlos in Richtung der Heuballen gekehrt oder sogar direkt in das Heu geschoben. Selbst für Pferde ohne Atemwegserkrankungen stellt dies eine erhebliche Belastung dar.  Staub besteht aus einer Mischung aus Schmutz, Mikroorganismen, Pilzsporen und sogar giftigen Substanzen, die die Atemwege reizen und Krankheiten auslösen können.

 

Manche Pferdebesitzer investieren viel Geld in teure Einstreu oder kaufen spezielle Heubedampfer, um den Staubgehalt zu reduzieren. Doch gleichzeitig werden grundlegende Hygienemaßnahmen ignoriert, die den Staub langfristig minimieren könnten. Hier fehlt es oft an Bewusstsein und Verständnis für die tatsächlichen Gefahren.

 

Die unsichtbaren Risiken von Staub

Staub kann nicht nur die Atemwege reizen, sondern auch als Träger von Schimmelpilzsporen und deren Giftstoffen wirken. Ich habe selbst erfahren müssen, wie Staub körperliche Reaktionen hervorrufen kann – von Schleimhautreizungen bis hin zu Migräneanfällen. Besonders problematisch ist jedoch die Verbreitung von Schimmelpilzen, die durch Staub in die Lungen der Pferde gelangen können.

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation in vielen Ställen leider verschlechtert. In früheren Zeiten war eine saubere Stallgasse eine Selbstverständlichkeit. Heute jedoch beobachte ich häufig, dass Einsteller Staub einfach in die Boxen kehren oder den Dreck in Ecken schieben, in der Hoffnung, jemand anders werde es beseitigen. Dies führt langfristig zu einer starken Belastung der Atemwege bei Pferden.

 

 

 

Wenn Unwissenheit zur Gefahr wird

Viele Pferdebesitzer sind sich der Mechanismen hinter der Staubproblematik nicht bewusst. Der Staub, den wir einatmen, gelangt über die Lunge in den Blutkreislauf. Viren und Bakterien, die auf Staubpartikeln sitzen, können so in den Körper eindringen und Infektionen auslösen. Ich selbst hatte eine schwere Infektion mit dem Hanta-Virus, die durch eingeatmete Staubpartikel verursacht wurde. Diese Erkrankung endete in einer extrem schmerzhaften Nierenentzündung.

 

 

Manche Pferdebesitzer suchen bei Atemwegsproblemen sofort die Ursache  bei anderen Einstellern bzw. Pferden. So auch eine Tierärztin in einem Stall in dem ich einst stand. Ein Haflinger mit einer langen Geschichte von Atemwegsproblemen hatte zusätzlich zum Husten auch Fieber. Ein anderes Pferd war wegen einer Verletzung in der Tierklinik gewesen. Die Tierärztin meinte, dass dieses Pferd Influenza aus der Tierklinik eingeschleppt hatte. Meine Pferde husteten auch. Wir hatten zu dem Zeitpunkt jedoch sehr staubiges Heu und die Pferde durften nicht nach draußen, weil die Paddock gefroren waren. In einem anderen Stall hustete eine Stute, die neben meinem Pony stand. Sie hustete sogar eitrigen Auswurf. Jedoch hatte die Besitzerin günstig verpilztes Heu gekauft, dass sie trotz Hinweis und Folge weiter fütterte. Mein Pony begann auch zu husten, doch bei ihm lag die Ursache in der Aufnahme von verschmutztem Paddock-Wasser.

Wind und Umweltfaktoren verschärfen das Problem

Auch äußere Einflüsse wie starker Wind verschärfen das Problem. Ostwind etwa wirbelt den Staub in die Stallgassen und legt sich überall ab – besonders in schlecht belüfteten Ställen. Dabei wird nicht nur der gewöhnliche Staub, sondern auch Schmutz aus Mäuse- und Rattenkot aufgewirbelt. Diese können gefährliche Bakterien enthalten, die unter anderem periodische Augenentzündungen auslösen können.

 

In einem Stall, in dem ich mein Pony untergestellt hatte, liefen regelmäßig Ratten durch die Stallgassen und sogar in die Boxen. Trotz präventiver Maßnahmen wie einer abgedichteten Boxentür war es schwierig, die Tiere fernzuhalten. Wenn der Stallbetreiber keine umfassenden Maßnahmen zur Bekämpfung von Nagetieren ergreift, bleibt das Problem bestehen. Die Folge sind nicht nur Infektionen, sondern auch psychischer Stress für die Pferde.

 

 

Laubbläser und der unsachgemäße Umgang mit Staub

Ein weiteres Ärgernis ist der Einsatz von Laubbläsern in Ställen. Anstatt den Staub zu entfernen, wird er nur in Ecken geblasen und wirbelt dabei gefährliche Partikel auf. Warum nicht einen Staubsauger verwenden? Eine Google-Recherche zeigte mir, dass es solche Staubsauger für Ställe in Deutschland bislang nicht gibt – eine echte Marktlücke.

Fazit: Bewusstsein schaffen und handeln

Dieser Blogartikel soll kein Angriff sein, sondern ein Appell an alle Pferdebesitzer und Stallbetreiber, sich bewusst mit dem Thema Staub auseinanderzusetzen. Es geht nicht nur darum, Symptome zu behandeln, sondern die Ursachen zu bekämpfen. Staub ist ein unsichtbarer Feind, der langfristig großen Schaden anrichten kann. Eine saubere Stallgasse, regelmäßige Staubbeseitigung und effektive Maßnahmen zur Bekämpfung von Schimmel und Ungeziefer sind unerlässlich.

 

Für die Gesundheit unserer Pferde ist es wichtig, Staub nicht länger zu ignorieren, sondern aktiv zu bekämpfen. Die Atemwege unserer Pferde sind empfindlich – schützen wir sie, indem wir für eine staubfreie und hygienische Umgebung sorgen. Ein staubfreier Stall ist ein gesunder Stall – für Pferde und Menschen! Und vielleicht gibt es ja doch bald in jedem Stall einen Stallstaubsauger. 

 

 

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