Natron für Pferde mit chronischen Entzündungen?
Wenn man Natron für Pferde googelt, bekommt man in erster Linie Suchresultate in Verbindung mit Magengeschwür und Übersäuerung bzw. Azidose bei Pferden. Wenn du den Verdacht hast, dass dein Pferd ein Magengeschwür haben könnte, dann lass zuerst eine Endoskopie durchführen, bevor du deinem Pferd irgendetwas verabreichst. Warum liest du in meinem Blog Magengeschwüre beim Pferd.
Je mehr ich mich jedoch mit den Themen Stoffwechsel und Krankheiten bei Pferden beschäftige, umso mehr stelle ich fest, dass unterschwellige Entzündungen, sogenannte stille Entzündungen, zu Krankheiten beitragen und ohne das zu berücksichtigen, die Ursache zu suchen und nach Möglichkeit zu eliminieren, lässt sich keine Krankheit heilen.
Aber nun zu Natron und meinen Erfahrungen beim Einsatz von Natron bei meinen Pferden:
Im Frühjahr diesen Jahres bekam mein Knabstrupper schon beim ersten Insektenflug heftiges Headshaking. Es war die vergangenen Sommer immer mal wieder ein Problem, aber nur an sehr heißen Tagen mit viel Sonne und Insekten. Ich erinnerte mich an meinen in 2018 verfassten Blog dazu und fand eine interessante Information:
NaHCO₃. Es wurde Pferden in einer kleinen Studie intravenös verabreicht und führte zu einer 50%-igen Verminderung der Headshaking Symptome. Als ich es googelte, fand ich heraus, dass es sich dabei um Natron handelte, in Deutschland bei fast jedem Drogeriemarkt als Kaiser Natron erhältlich. Bitte beachte: Es ist NICHT das gleiche wie Backtriebmittel sprich Backpulver.
Ich googelte weiter und stieß auf das youtube Video von Gesundheitsfakten mit dem Titel:
Natron gegen chronische Entzündungen: Der geheime Gesundheitstipp!
Das machte mich natürlich neugierig und ich hörte es mir an. In diesem Video wird eine Studie der Amerikanischen Wissenschaftlers Dr. Paul O' Connor vom Medical College of Georgia der Augusta University, USA mit dem Titel "Natron zu trinken, könnte ein günstiger, sicherer Weg sein, um Autoimmunkrankheiten zu bekämpfen." Nachfolgend erhältst du den Link, um dich selbst zu überzeugen:
Ich probierte es sofort aus und fütterte eine kleine Dosis Kaiser Natron meinem Pferd. Hidalgo war nicht begeistert, aber er fraß es mit einem adäquaten Teil von schmackhafterem Futter. Nach einer Woche konnte ich wieder mit ihm spazieren gehen, was vorher aufgrund des extremen Kopfschlagens gar nicht mehr möglich war.
Was ihm hilft, hilft vielleicht auch meinem Pony mit seinen Augenentzündungen, überlegte ich. Ich las den Artikel noch einmal. Eine Feststellung interessierte mich besonders: "In der Milz, genauso wie im Blut und den Nieren, fanden sie - nach der 2-wöchigen Einnahme von Wasser mit Natron - dass sich die Besiedlung der Immunzellen, genannt Makrophagen verändert hatte, von bisher primär den Makrophagen, die Entzündung begünstigen namens M1 zu denen die sie vermindern namens M2. "
Weitere Informationen über Natron und die Anwendung am Tier
Ich habe diesbzgl. chat gpt befragt, denn ich selbst konnte keine weiteren Informationen finden, aber es gibt eine Studie in Form einer Dissertation der Freien Universität Berlin aus dem Jahr 2021. Sie untersuchte bei laktierenden Milchkühen den Einfluss von täglich 120 g NaHCO₃ auf den Säuren-Basen-Haushalt. Ergebnis: Bei den Tieren ohne Natronzugabe ergab sich eine metabolische Azidose, die mit Natron abgemildert werden konnte.
Die Tierschutzorganisation „aktion tier – Menschen für Tiere e. V.“ zitiert eine deutsche Tierärztin, Dr. Tina Hölscher: Natronpulver aus der Küche könne gut wirken bei Magenbeschwerden und Sodbrennen bei kleinen Tieren.
Dosierung von Natron bei Pferden
Im Internet findet man dazu die Angabe von 10 Gramm pro 100 kg Körpergewicht. Das wäre ein ganzes Kaiser Natron Tütchen bei einem Warmblüter. So viel habe ich nie gegeben und so viel hätten meine auch nicht gefressen. Pferde sind ja bekanntlich selektive Fresser, sie wissen selbst ganz gut was gut für sie ist, wenn der Stoffwechsel nicht komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Deshalb findest du hier auch keine Dosierungsanleitung.
Fazit:
Mein Pony ist ohne Augenentzündung und ohne Augentropfen durch den Sommer gekommen. Es ist aus meiner Sicht jedoch kein Heilmittel und dient lediglich zur Dämpfung von Symptomen. Es sollte sehr vorsichtig dosiert werden und mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker abgesprochen werden. Außerdem muss der Zeitpunkt der Verabreichung überlegt werden. Wenn es passt, wäre es auf jeden Fall das billigste Hilfsmittel fürs Pferd.

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