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Probleme im Kreuzdarmbeingelenk beim Pferd

Probleme im Kreuzdarmbeingelenk beim Pferd

Das Iliosakralgelenk (ISG) des Pferdes, zu deutsch Kreuzdarmbeingelenk ist eine wichtige Schaltstelle zwischen Hinterhand und Rücken. Es besteht aus Knochen und Bändern. Die fünf Kreuzwirbel der Wirbelsäule verknöchern im Alter von vier bis fünf Jahren und sind dann miteinander zum Kreuzbein (Sakrum) verbunden. Das Kreuzbein ist am ISG zum Becken verbunden. Dies wird durch drei feste Bänder zusammengehalten. Wie andere Gelenke besitzt es auch Knorpel und Gelenkflüssigkeit. Grundsätzlich findet im ISG aufgrund seines Aufbaus wenig Bewegung statt. Die geringste Belastung erfolgt in Schritt und Trab auf gerader Linie. Die stärkste Belastung mit gleichzeitiger Belastung im Lumbosakralgelenk (Übergang Lendenwirbelsäule zu Kreuzbein) findet man im Galopp, über dem Sprung und beim Spielen und buckeln, wenn die Hinterbeine gleichzeitig abstoßen oder angezogen werden. Vor allem Stürze zum Beispiel beim Toben auf der Weide oder auf einem rutschigen Paddock und Krafteinwirkung in Kurven verursachen Traumata an den Bändern und dem Knorpel im Kreuzdarmbeingelenk des Pferdes. Langfristig kann es zu einer Arthrose im ISG kommen. Mit der Szintigraphie zusammen mit klinischer Diagnose und diagnostischer Anästhesie kann Gewissheit über ISG-Probleme gewonnen werden, denn diese Untersuchungsmethode gibt Aufschluss über entzündliche Veränderungen am Bewegungsapparat auch bevor sie röntgenologisch sichtbar werden. Dabei wird dem Tier eine radioaktive Substanz gespritzt. Die Anreicherungen dieser Substanz im Krankheitsgeschehen werden mit einer Spezialkamera sichtbar gemacht. Diese Untersuchung kann jedoch nur in einer Tierklinik durchgeführt werden, da die Ausscheidung der Substanz aus dem Körper tierärztlich überwacht werden muss und bis zu drei Tage dauern kann.

 

Als Verlegenheitsdiagnose etwas in Verruf gekommen, findet man hier Bänderprobleme und Schmerzen häufiger als angenommen. Wenn man jedoch die Größe des Kreuzdarmgelenks vom Pferd betrachtet und bedenkt die dazu im Verhältnis große Belastung, sind Probleme leichter nachvollziehbar. Besonders Pferde mit sehr gerader Kruppe haben Schwierigkeiten das Becken abzukippen in der Biegung und der Dressurarbeit. Schmerzen im ISG äußern sich auf vielfältige Weise und können oftmals gegenüber anderen Problemen im Rücken als auch in den Hinterextremitäten nicht eindeutig diagnostisch abgegrenzt werden. Hinweise sind zum Beispiel:

 

- ein schief getragener Schweif

- Schieben mit einem oder beiden Hinterbeinen

- Schwierigkeiten in der Galopparbeit: es kann im Galopp nicht gut über den Rücken gehen oder und zeigt Probleme nach

  dem Galoppieren wie plötzlich schief getragener Schweif, Taktunreinheit.

- Das Pferd kommt beim Reiten auf einer Seite im Rücken nicht richtig hoch bzw. setzt den Reiter zu einer Seite, so dass der

  Eindruck entsteht es ist schief und kann nicht gerade gerichtet werden

- Empfindlichkeit über der Kruppe und im Bereich der Kreuzwirbel

- Das Pferd kann nicht ruhig auf seinen Hinterbeinen stehen - Das Pferd entlastet ein Hinterbein vermehrt. Dies fällt   

  besonders beim Putzen auf.

- Beim Reiten lässt das Pferd den Rücken nicht los

- Beim Hufschmied hat das Tier Probleme seine Hinterhufe hoch zu halten. Je tiefer am Boden der Besitzer beim Hufe

   auskratzen bleibt, umso angenehmer für das Pferd. Auch das nach außen ziehen beim Hufschmied verursacht Schmerzen.

   (Der Hufbock sollte soweit wie möglich unter dem Bauch des Pferdes platziert werden).

 

Es ist wichtig, zu einer exakten Diagnose zu kommen, insbesondere ob es sich hier um eine Arthrose oder eine Bänderverletzung handelt. Dies bestimmt die Therapie und beantwortet die Frage, ob Boxenruhe oder Weidegang zu empfehlen ist. Danach muss man neun Monate Genesungsphase einrechnen, Geradeausreiten, Stangenarbeit, Schritt und Trab.

Kreuzdarmbeingelenksblockaden beim Pferd

"Blockaden im Kreuzdarmbeingelenk beim Pferd sind mein tägliches Brot", sagte mir einst ein Tierarzt, der sich auf Orthopädie beim Pferd spezialisiert hatte. Wer meinen Blog über Kissing Spines beim Pferd gelesen hat, 

kennt schon Hidalgo's Odyssee. Wie so viele andere Pferdebesitzer auch, habe ich einst gedacht, mit einmal Einrenken sind alle Probleme meines Pferdes behoben. Aus dem einen Mal wurden 10-mal, bis ich kapiert habe, dass weder chiropraktische noch osteopathische Behandlungen die Lösung sein könnten. Leider vergingen Jahre, bis ich endlich den Rücken röntgen lies und mir dann jedoch sofort kompetente Hilfe suchte und fand. 

Durch das häufige Auftreten von Kissing Spine Syndrom ist klar, dass so viele Pferde Blockaden im Kreuzdarmbeingelenk bekommen. Pferde mit Kissing Spines oder Pferde auf dem Weg dorthin verspannen sich automatisch spätestens wenn der Reiter im Sattel sitzt. Die von hinten generierte Energie kann sich nicht ungehindert nach vorne übertragen, denn der Rücken wird festgehalten. So bleibt die Energie hinten stecken und schon ist die Blockade da. In der TCVM, der traditionellen chinesischen Veterinärmedizin zeigt sich das dann meistens in einem Problem im Gürtelgefäß. Diese kann man dann relativ einfach lösen. Wenn sie nach einer Woche wieder da ist, sollte man sein Reiten und Training überdenken. 

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