Als ich vor über 12 Jahren intensiv zum Thema Rückenprobleme und -heilung recherchierte, stieß ich auch auf die Bedeutung von Mangan insbesondere durch die Ausführungen auf der Homepage von Dr. Susanne Weihrauch, die ich auch direkt hier verlinke, denn beim nochmaligen Lesen fügen sich wieder ein paar Puzzleteilchen ineinander:
Mangan toxisch für Pferde?
"Das sah schon immer so aus", sagte mir einst eine Miteinstallerin, als ich sie zur grauen Farbe des Brunnenwassers befragte. Nachdem jedoch meine Pferde beide erkrankten, lies ich es auf eigene Kosten untersuchen.
Pferdebesitzer verlassen sich mit bestem Gewissen auf ihre Stallbetreiber. Doch manchmal zeigen Pferde gesundheitliche Probleme, für die es scheinbar einfach keine Erklärung gibt. Dabei wird oftmals Wasser als die wichtigste Komponente in der Fütterung übersehen
Mittlerweile habe ich erfahren, dass immer mehr Wasserproben dieses alarmierendes Ergebnis zeigen:
erhöhtes Mangan.
Was zunächst harmlos klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Risiko für die Pferdegesundheit und Stallroutine. Die Frage, die sich mittlerweile häufiger stellt, lautet: Was bedeutet eine Überversorgung mit Mangan für Pferde? Inwieweit ist Mangan toxisch für Pferde?
Kurz gesagt:
Ja, Mangan kann für Pferde toxisch werden – besonders bei chronischer Aufnahme über Brunnenwasser.
Dieser Blog erklärt die Risiken, Symptome und Zusammenhänge wissenschaftlich fundiert und praxisnah.
Was ist Mangan und wofür wird es vom Pferd benötigt?
Mangan ist ein essentielles Spurenelement und wichtig für:
• Energiegewinnung (ATP-Produktion)
• Knochenentwicklung
• Enzymfunktionen
• Hormonproduktion
• Immunsystem
• Gehirnentwicklung
Pferde benötigen Mangan – aber nur in kleinen Mengen. Wird zu viel aufgenommen, kann es sich im Körper ablagern, insbesondere in:
• Knochen
• Leber
• Nieren
• Bauchspeicheldrüse
• Gehirnstrukturen wie der Hypophyse
Damit legt Mangan den Grundstein für toxische Wirkungen.
Wie gelangt Mangan ins Brunnenwasser?
Hohe Manganwerte im Brunnenwasser sind kein Zufall. Die wichtigsten Ursachen:
Natürliche geologische Quellen
Bestimmte Boden- und Gesteinsschichten enthalten von Natur aus viel Mangan – besonders flachere Brunnen sind betroffen.
Landwirtschaftliche Einträge
Düngemittel, Fungizide und Futtermittel können Mangan in den Boden und ins Grundwasser einbringen.
Industrielle Belastungen
In manchen Regionen spielt auch die Industrie eine Rolle.
Typische Warnsignale im Stall
• schwarze Ablagerungen in Tränken
• dunkle Flecken in hellen Wassereimern
• grün-graue Schlieren im Wasser
Diese Ablagerungen bestehen oft aus oxidiertem Mangan – ein deutlicher Hinweis auf Überbelastung.
Ist Mangan toxisch für Pferde? – Die wissenschaftliche Antwort
Ja.
Zu viel Mangan wirkt neurotoxisch, oxidativ belastend und stoffwechselstörend. Pferde reagieren besonders sensibel, weil sie viel trinken und meist lebenslang demselben Wasser ausgesetzt sind.
Warum ist Mangan toxisch?
1. Störung des Dopaminsystems
Studien zeigen: Mangan stört die Dopaminproduktion, -ausschüttung und -aufnahme.
Dopamin steuert beim Pferd:
• Motorik
• Verhalten
• Reaktionen
• Hormonelle Achsen (z. B. ACTH)
Erhöhte Manganwerte steigern die Aktivität des Enzyms MAO, das Dopamin abbaut. Ergebnis: Dopaminmangel – ein Risiko für neurologische und hormonelle Störungen.
2. Oxidativer Stress
Zu viel Mangan erhöht die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS).
Folgen:
• Zellschäden
• Nervenschäden
• beschleunigte neurodegenerative Prozesse
3. Mitochondriale Schädigungen
Mangan blockiert die Elektronentransportkette.
Das bedeutet:
• weniger Energieproduktion (ATP)
• gestörte Nervenfunktion
• Leistungsabfall
4. Störungen der Blutbildung
Eine erhöhte Manganaufnahme kann die Hämoglobinsynthese beeinträchtigen.
Das führt zu:
• schlechterer Durchblutung
• Sauerstoffmangel
• Schwäche
Symptome der Manganvergiftung beim Pferd
Die meisten Symptome sind schleichend und schwer zuzuordnen:
• Muskelsteifheit, besonders in der Hinterhand
• Koordinationsprobleme
• Leistungsabfall
• Müdigkeit oder ungewöhnliche Unruhe
• Verhaltensänderungen
• Verdauungsbeschwerden
• schlechter Fellwechsel
• hormonelle Veränderungen
• mögliche ACTH-Veränderungen
Viele der Symptome werden zunächst anderen Ursachen zugeschrieben – Stress, Training oder Alter.
Kann Mangan PPID (Cushing) beeinflussen?
Diese Frage war für mich naheliegend und da Mangan die dopaminergen Neuronen und die MAO-Aktivität beeinflusst, ist es biologisch plausibel, dass es Prozesse begünstigt, die bei PPID eine Rolle spielen.
Leider existieren dahingehend keine Studien – aber die Mechanismen sprechen dafür, dass Mangan langfristig ein Risikofaktor sein könnte.
Warum sind Pferde besonders gefährdet?
• Sie haben einen hohen täglichen Wasserbedarf (20–50 L/Tag)
• sie leben lange, was wiederung eine lange Expositionszeit bedeutet
• Brunnenwasser wird selten getestet
• neurologische Symptome werden oft spät erkannt
Ein Pferd kann über Monate zu viel Mangan aufnehmen, bevor jemand den Verdacht schöpft.
Was tun bei zu viel Mangan?
1. Wasseranalyse
Nur eine Laboranalyse gibt Klarheit.
2. Filterlösungen
Wirksam gegen Mangan sind:
• Oxidationsfilter
• Ionenaustauscher
• Greensand-Filter
3. Bis zur Lösung: alternative Wasserquelle verwenden
4. Blutuntersuchung
5. Fellanalyse
6. Zusatzfütterung
7. Entgiftung
Genauere Informationen zu Punkt 5, 6 und 7 erfährst du in einem weiteren Blog.
Bei der Gelegenheit habe ich natürlich alle Mineralfuttermittel, die ich jemals eingesetzt habe, nachgeschaut. Tatsächlich hatten alle Mangan als Inhaltsstoff, außer das eine, das ich zu dem Zeitpunkt auf Empfehlung meiner Tierärztin gerade fütterte: Corticosal.
Fazit: Ist Mangan toxisch für Pferde? – Ja, und die Gefahr wird oft unterschätzt
Mangan ist notwendig – aber zu viel Mangan, zum Beispiel durch belastetes Brunnenwasser, kann Pferde ernsthaft krank machen. Die Risiken sind wissenschaftlich belegt, die Symptome oft subtil. Eine regelmäßige Wasseranalyse ist die wichtigste Schutzmaßnahme.
Wer sein Pferd gesund halten will, sollte Mangan im Wasser nicht ignorieren.

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