Fesselträgerschaden hinten beim Pferd – beide Hinterbeine betroffen
In nur einer Woche berichteten mir zwei Pferdebesitzer unabhängig voneinander, dass ihre Pferde an Fesselträgerschäden an beiden Hinterbeinen leiden. Eine äußerst besorgniserregende Entwicklung, denn normalerweise betrifft diese Art von Bänderschaden nur ein Bein. Doch in beiden Fällen trat die Verletzung zunächst einseitig auf – und kurz darauf auch auf dem zweiten Hinterbein. Besonders auffällig: Beide Pferde waren Füchse.
Füchse, Umweltkrankheiten und Cushing – ein möglicher Zusammenhang?
Füchse gelten in der alternativen Tiermedizin als anfälliger gegenüber Umweltkrankheiten, zu denen ich auch Cushing zähle. Wenn du meinen Blogbeitrag über Cushing beim Pferd gelesen hast, wirst du verstehen, warum ich diesen Zusammenhang sehe.
Eines der beiden betroffenen Pferde wurde tatsächlich auf Cushing getestet – mit positivem Ergebnis. Die Diagnose war eindeutig. Das andere Pferd wurde nicht getestet. Die Tierärztin führte den Schaden am zweiten Hinterbein auf eine Überlastung zurück, die durch die noch nicht ausgeheilte erste Verletzung entstand – ein naheliegender Erklärungsansatz, der jedoch meiner Meinung nach nur ein Teil des Puzzles ist.
Risikofaktoren: Alter, Haltung und Bewegungsapparat
Fesselträgerschäden entstehen selten ohne Vorwarnung. In beiden Fällen war der erste Schaden noch nicht vollständig ausgeheilt. Beim Pferd mit Cushing war die Heilung zwar schon weiter fortgeschritten, beim anderen weniger.
Ein weiterer Risikofaktor ist eine verhältnismäßig lange Fesselung, weil dadurch automatisch mehr Druck auf die Bänder, die das Fesselgelenk halten, kommt. Auch Vorschäden, selbst wenn sie ausgeheilt sind, können die Belastbarkeit der Sehnen und Bänder langfristig reduzieren. Besonders bei älteren Pferden nimmt die Belastbarkeit ab dem 11. Lebensjahr messbar ab, wie Studien zeigen. Regelmäßiges Überprüfen der Sehnen und das rechtzeitige Kühlen bei Hitze oder Belastung sind daher essenziell – nicht nur bei Sportpferden.
Hufe, Rückenmuskulatur und Reitweise – alles hängt zusammen
Ein Pferd fiel durch hohe Trachten auf – das kann zwar Druck von der Beugesehne nehmen, aber dieser Druck verlagert sich dann häufig auf den Fesselträger. Auch schwache Rückenmuskulatur und eine verspannte Körperhaltung erhöhen die Gefahr. Gerade Pferde mit einem verspannten Rücken belasten ihre Hinterhand oft falsch – was den Fesselträger unter Dauerstress setzt.
In Reitkreisen herrscht noch häufig der Irrglaube, ein Pferd dürfe sich „nicht auf die Vorhand fallen lassen“ oder „nicht mit der Nase abtauchen“. Doch genau das ist oft notwendig, damit sich der Rücken aufwölbt, das Pferd loslässt und korrekt von hinten nach vorne arbeiten kann. Wird es zu früh auf die Hinterhand gesetzt, obwohl die Muskulatur das noch nicht zulässt, entstehen massive Überlastungen – auch hinten.
Therapie und Prävention
Im Akutfall hilft sofortiges Kühlen. Weitere unterstützende Maßnahmen sind:
• Homöopathie (mehr dazu in meinem Blog über Fesselträgerschäden)
• Lasertherapie
• Magnetfeldtherapie
• Equitron-Therapie
• Blutegel
Diese Methoden können den Heilungsprozess beschleunigen. Blutegel verhindern eine Verklebung, wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Manche Pferde lassen sie sich problemlos setzen, andere Pferde – wie Hidalgo – können sich am Anfang sehr wehren. Sehr schnell verstehen sie jedoch die positive Wirkung und dann wird jeder Termin einfacher. Warte damit aber nicht 3 Monate, sondern fang sofort damit an und wiederhole es im 14-tägigen Turnus wenigstens zweimal. Blutegel bekommt man in fast jeder Apotheke. Wenn du genau lernen möchtest, wie das geht, empfehle ich dir meinen Onlinekurs:
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Wichtig ist aber vor allem, die Ursachen zu analysieren – von Haltungsbedingungen, Fütterung bis zur Hufstellung. Nur so lässt sich verhindern, dass aus einem einseitigen Problem ein beidseitiges Desaster wird.
