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Achtsamkeit mit Pferden

Achtsamkeit lernen und leben mit der und durch die Weisheit der Pferde

 

Was bedeutet Achtsamkeit?

Wikipedia definiert Achtsamkeit als besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand. Damit konnte ich nicht so viel anfangen, deshalb habe ich noch weiter gegoogelt und die folgenden Definitionen gefunden:

 

Achtsamkeit ist ein mentaler Zustand der durch Fokussierung des Bewusstseins auf den gegenwärtigen Moment erreicht wird, während man gleichzeitig die eigenen Emotionen, Gedanken und körperlichen Gefühle annimmt und akzeptiert. Einfacher ausgedrückt ist es der Zustand wo man sich konkret allem bewusst ist was in der Außen- und Innenwelt geschieht.

Durch die Vorträge und Bücher von Eckhart Tolle wurde der erste Schritt zur Achtsamkeit, nämlich das Sein im Hier und Jetzt vielen Menschen zugänglich gemacht. Eckhart Tolle erklärt den Weg der Achtsamkeit zum Beispiel mit dem Ausdruck des stillen Beobachters.

Wer etwas mehr zu Eckart Tolle nachlesen will, kann auf dem folgenden Link auf der Homepage von Doris Iding mehr erfahren. (Das ist kein Affiliate Link)

Die Techniker Krankenkasse beschreibt Achtsamkeit als neues Zauberwort gegen Stress und verweist dabei auf Dr. Jon Kabat-Zinn, dem Begründer des MBSR-Programmes. MBSR übersetzt bedeutet Achtsamkeitbasierte Stressreduktion, bekannt als "Stressbewältigungstraining durch Achtsamkeit". Er brachte Achtsamkeit in die Wissenschaft, wo viele Studien über Nutzen und Effekt von Achtsamkeitstraining durchgeführt wurden.

Der vietnamesische Mönch Nhat Hanh lehrt, dass man keine jahrelange Zenpraxis braucht, um von buddhistischer Weisheit zu profitieren. Stattdessen, so sagt er, soll man sich einfach seines Atems bewusst werden. Dadurch kommt man in den gegenwärtigen Moment, wo alltägliche Aktivitäten eine freudige, wundervolle Qualität bekommen können. Wenn du achtsam oder komplett präsent im gegenwärtigen Moment bist, verschwinden Ängste und ein Gefühl der Zeitlosigkeit stellt sich ein, was höheren Qualitäten wie Freundlichkeit und Mitgefühl erlaubt, zum Vorschein zu kommen.

Der Australische Arzt Daniel Friedmann definiert Achtsamkeit als Aufmerksamkeit gepaart mit Offenheit, Neugierde und Freundlichkeit gegenüber allem was uns gerade begegnet.

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Caroline Leaf geht einen Schritt weiter und hat ein 5-Schritte Programm entwickelt, um die störenden Gedanken zu managen. Wenn man gelernt hat richtig zu atmen und achtsam zu sein, wird man sich selbst bewusst. Man bekommt Selbstbewusstsein. Damit ist man dann in der Lage seinen Verstand zu managen. 

Achtsamkeit mit Pferden

Das Thema Achtsamkeit mit Pferden hat im Großen und Ganzen zwei wichtige Bedeutungen:  Einmal der Umgang mit Pferden in Bezug auf die eigene Sicherheit und die des Pferdes. Die andere ist unsere nach innen gerichtete Achtsamkeit, inwieweit wir bei uns bleiben können in Anbetracht eines so schönen und starken und deshalb auch unkontrollierbaren Tieres.

1. Achtsamkeit mit Pferden für eure Sicherheit

In den vielen Jahren meines Reitunterrichtes ist mir immer deutlicher geworden, dass sehr stark kopflastige Menschen schneller vom Pferd fallen, als Menschen, die ihren Schwerpunkt senken konnten oder ihn grundsätzlich tiefer haben. In der Standardreitlehre wird aus meiner Sicht auch zuwenig Wert darauf gelegt, aber dazu mehr an anderer Stelle.

Wie stark kopflastig ich auch im Umgang mit Pferden war, zeigte mir erst so richtig mein Knabstrupper Hidalgo. Achtsamkeit mit Pferden bedeutet viel mehr als nur vorsichtig zu sein. Es bedeutet sich in jedem Moment seiner Gedanken bewusst zu sein und ...

Achtsamkeit ist der Weg aus der Kopflastigkeit.

Ein alter Grundsatz im Umgang mit Pferden lautet:

Ein so kraftvolles Pferd legt sich nur neben uns hin, wenn es sich in unserer Anwesenheit absolut sicher fühlt.  Wenn wir innere Ruhe ausstrahlen.

Das Gegenteil in der Achtsamkeit mit Pferden wäre Achtlosigkeit. Einer der häufigsten Gründe für Unfälle mit Pferden. Hier fällt mir spontan die Geschichte des Tierarztes ein, der ein Pferd an einer Boxentür angebunden hatte. Das Pferd bekam aus irgendeinem Grund Panik - panische Pferde entwickeln gigantische Kräfte - und riss die Tür aus der Haltung und dies wiederum erschlug den Tierarzt.

Pferde sind Flucht- und Herdentiere. Das bedeutet, dass sie auf unsere Energie reagieren (müssen). Es liegt in ihrer Natur. In der Wildnis musste ein Pferd von weitem ausmachen, ob ein herumziehendes Raubtier auf der Jagd oder vollgefressen war. Denn es will nur dann flüchten, wenn es wirklich notwendig ist. Pferde sind somit in der Lage, die Energie eines Raubtieres und auch des Menschen zu lesen.

 

So erkläre ich einem Kind, das um ein angebundenes Pferd herumrennt, dass das Pferd gerne mitrennen würde, das ist das Herdenverhalten. Da wir das Pferd aber putzen wollen, muss es stehenbleiben. Also muss der Mensch sich anpassen. Kinder verstehen und lernen das sehr schnell. Anders verhält es sich bei Erwachsenen. Auch wenn man total gestresst ist, kann man äußerlich auf seine Mitmenschen ruhig wirken, aber innen drin tobt der Bär, Gedanken überschlagen sich, man denkt noch zurück an eine stressige Situation auf der Arbeit. Den meisten Menschen ist das oft nicht bewusst. Sie denken sie sind ruhig, weil sie nicht herumzappeln. Aber das Pferd sieht und spürt alles. 

Aber verzage nicht, wenn das Pferd auf einmal in deiner Gegenwart anfängt herum zu zappeln. Konzentriere dich auf deinen Atem, fühle in dein Herz und atme in dein Herz hinein und hinten wieder heraus. Lass das Ausatmen etwas länger werden. Wenn du das sechsmal gemacht hast, wirst du feststellen, dass das Pferd wieder ruhig geworden ist.

2. Achtsamkeit mit Pferden in der Persönlichkeitsentwicklung

Im Achtsamkeitstraining mit Pferden erleben wir die Rückmeldung durch das Fluchttier Pferd. Das es bei uns sein kann und möchte, ohne dass wir Sorge haben müssen, dass es unsere Grenzen nicht respektiert, wir gestupst oder angerempelt werden.

In dem nächsten Foto mache ich eine kleine Atemübung nach Gregg Bradden. Die Reaktion bei Hidalgo ist deutlich:

Wir laden dich ein, dein

1. Herz zu berühren. Berühre dein Herz mit deiner Hand oder auch nur mit deiner Aufmerksamkeit.  Was auch immer dir angenehmer erscheint. Das bringt dein Bewusstsein zu deinem Herzen. Du bringst deine Aufmerksamkeit nach innen.

2. Lass deinen Atem etwas langsamer werden, auch das soll sich sich angenehm anfühlen. Das Ausatmen ist idealerweise etwas länger als das Einatmen.  Der einzige Platz, wo du das normalerweise machen würdest ist ein Ort an dem du dich absolut sicher fühlst.

Wenn das passiert, erwacht auch deine Heilkapazität. Atme also etwas langsamer. Sage deinem Körper, er ist sicher.

Beim 3. Schritt geht es um Fühlen. Spür in dein Herz, in deinen Atem, fühle Fürsorge, Wertschätzung oder Dankbarkeit für etwas oder jemand. Diese Eigenschaften führen zu einer Gehirn-Herz Kohärenz.

 

Wenn wir Herz und Gehirn zusammenbringen können wir Informationen besser verarbeiten, Heilungsprozesse anstossen und zu unserer Intuition Zugang finden.

Achtsamkeit gibt uns die Erkenntnis, dass wir im Leben immer eine Wahl haben. Wir sind keine Opfer mehr im Strom der Ereignisse. Wir werden frei...

 

 

 

Das Leben ist das "C" zwischen dem "B" und dem "D".

Das B steht für Geburt und das D steht für Tod.

C steht für Wahl.

 

                                                                     Jim Kwik

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