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Pferdeflüstern - was uns die Pferde (vielleicht wirklich) flüstern

Der Begriff "Pferdeflüstern" kam in den 90er Jahren auf, vor mittlerweile mehr als 25 Jahren. Damals brachte ein Amerikaner namens Monty Roberts Bewegung in die Art und Weise wie aus Pferden Reitpferde gemacht wurden. Sein Buch "Der mit den Pferden spricht" wurde zum Bestseller. Aus seinen Lehren entwickelte sich das Horsemanship-Training, eine eigentlich gewaltfreie Methode, um Kooperation beim Pferd zu erlangen. Ursprünglich war sein Buch auf Englisch mit dem Titel "der Mann, der den Pferden zuhört", erschienen. 

 

Ungefähr zur gleichen Zeit erschien das Buch "Der Pferdeflüsterer" (im Original "The Horse Whisperer") von Nicholas Evans. Es wurde von Robert Redford mit dem gleichnamigen Titel verfilmt. Er spielte auch die Hauptrolle. Die in diesem Film gezeigte Methode war heftig umstritten. Wegweisend jedoch der Dialog zwischen Pferdetrainer und Pferdebesitzerin: "Ich habe den Artikel gelesen, über das was Sie für Menschen mit Problempferden tun" und Robert Redford bzw. der Pferdetrainer antwortet: "In Wahrheit helfe ich Pferden mit Menschenproblemen." 

 

2013 erschien dann das Buch "Was uns die Pferde flüstern" von Sonia Mauceri im Franck-Kosmos Verlag.  Sonia Mauceri ist Pferdetrainerin und Physiotherapeutin und versucht Pferdebesitzern das Wesen der Pferde und ihre Kooperationsbereitschaft näher zu bringen. 

 

In den letzten Monaten wurde durch die Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl eine neue alte Dimension der Verbundenheit zwischen Mensch und Pferd wieder einem breiten Publikum zugängig gemacht.  Eine Verbundenheit, die in einer entemotionalisierten Welt ein Zeichen setzt. Und natürlich eine Offenheit für die Bedürfnisse der Pferde. Und die bei ihr zum ganz großen Erfolg geführt hat. 

 

Der Brite James French, ein Meister der Tierkommunkikation, bietet mit seiner "Trust Technique" eine Möglichkeit den Tieren Sicherheit zu vermitteln. Dies geschieht indem wir uns von unserem und die Tiere von - wie er es nennt - Überdenken befreien und unseren Geist oder Verstand leeren. "Je mehr wir denken, umso weniger verbunden sind wir", sagt er.

 

John Lyons, ebenfalls ein weltberühmter amerikanischer Pferdetrainer, sagt u.a., dass man seine Gedanken dem Pferd (auch) vermitteln muss, wenn man etwas von ihm möchte.  Aber die dazu notwendige Achtsamkeit erfordert auch ein Sich-Öffnen für das was die Pferde mir sagen wollen. Ihre Ehrlichkeit oder besser ihre Wahrheit ist nicht immer das was man als Mensch hören will. Aber sie bietet einen spannenden Dialog und eröffnet die Chance zur Freiheit aus dem verwickelt sein hin zur Entwicklung wie Professor Gerald Hüther es so schön formuliert, wenn ich denn wirklich zuhöre, was die Pferde mir flüstern. 

 

Was mich aber letztendlich dazu bewogen hat, diesen Blog aus Sicht meines Pferdes zu schreiben, sind die Worte des Neurowissenschaftlers Prof. Jaak Panksepp Ph.D.: "....Den anderen Tieren zu erlauben, uns beizubringen, wer wir wirklich sind." Pferde geben uns die Chance unser Licht zu entdecken. Dies tun sie nicht aus Selbstlosigkeit sondern aus Notwendigkeit. Wenn wir mit ihnen interagieren, müssen sie sich als Fluchttier sicher fühlen. Sie helfen uns, unser Licht auf unseren Schatten zu leuchten bis wir wieder ganz ausgeleuchtet sind. Es ist ein spannender Weg......

 

 

 

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